Ein Artikel von Andreas Meinders, veröffentlicht in der Zeitschrift Blickpunkt im Sommer 2010
Auch wenn die Heizperiode weitestgehend zuende ist: Der Blick auf die letzte Gas- und Stromrechnung dürfte noch bestens präsent sein. Gerade jetzt sollten Hausbesitzer darüber nachdenken, wie sie die Energie-Effizienz ihres Gebäudes steigern können. Eine beliebte Möglichkeit ist die nachträgliche Dämmung der Hohlschicht. Die Firma Plastoschaum-Vertrieb von Arno Oestmann aus Ostrhauderfehn arbeitet hierbei mit einem besonderen Prinzip: „Beim zweischaligen Mauerwerk füllen wir Dämmschaum in die Hohlschicht zwischen der Außenschale aus Klinker oder Putz und der Innenschale aus Kalksandstein oder Porenbeton“, erläutert
Thomas Neeland aus der Vertriebs-Leitung der besagten Firma. Laut Neeland sind die Mauerwerke der Gebäude bis weit in die 90er Jahre hinein oft gar nicht oder nur unzureichend gedämmt. Selbst im Jahr 2000 finden sich noch solche Fälle. „Gas- oder Ölpreise spielten früher eine untergeordnete Rolle“, sagt Neeland. „Die jüngsten enormen Steigerungen der Energie-Preise und die damit verbundenen höheren Heizkosten haben aber die gesamte Öffentlichkeit fürs Dämmen sensibilisiert“, weiß der leitende Plastoschaum-Mitarbeiter. Der Schaum dämmt also im wahrsten Sinne des Wortes die ausufernden Heizkosten ein.

Um den Dämmschaum einzubringen bohren die Plastoschaum-Mitarbeiter kaum sichtbare Löcher in die T-Fugen des Mauerwerkes. Daraufhin lassen sie den flüssigen offenzelligen Kunstharz-Schaum mit leichtem Luftdruck ein. So verteilt sich dieser vollflächig in der kompletten Hohlwand und umschließt sämtliche Rückstände im Mauerwerk. Das Material verfüllt also die Hohlschicht ohne Fehlstellen, womit es Wärmebrücken vermeidet. „Dämmschaum drängt selbst in die kleinste Lücke“, charakterisiert Neeland die Überlegenheit gegenüber anderen Dämmstoffen wie zum Beispiel Schüttgütern. Den kleinen Eingriff an der Mauer sieht später niemand mehr, weil die Mitarbeiter das Mini-Bohrloch anschließend im Farbton der Originalfuge wieder verschließen. Der ausgehärtete Schaum sackt nicht nach und erlaubt jederzeit Umbauarbeiten wie zum Beispiel das Aus-Tauschen der Fenster. Der Dämmschaum ist keinesfalls mit Montageschaum vergleichbar, welcher unter anderem zum Einsetzen von Fenstern dient: Letztgenannter drängt auseinander, klebt und ist nicht atmungsaktiv – ist somit für die Dämmung der Hohlschicht unbrauchbar.

Der Wärmedämm-Schaum dagegen senkt nach den Worten Neelands nicht nur die Heizkosten, er steigert auch das Wohnklima: „Kalte Wände gehören der Vergangenheit an unser Material vermeidet die Bildung von Schimmel oder Stockflecken.“ Der Eintritt von Wasser zum Beispiel durch die Außenmauer beeinträchtige den Schaum im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen „in keiner Weise“. Weil der Dämmschaum „feinporig ist“, erreiche er einen günstigen Dampfdiffusions-Widerstand. „Der Schaum ist somit fast so atmungsaktiv wie eine Daunendecke“, vergleicht der Oestmann-Mitarbeiter.
Er sieht im Einsatz des Dämmschaumes eine Wert-Steigerung für ein Haus. „Die meisten unserer Dämmarbeiten haben sich aufgrund anschließender Heizkosten-Ersparnis in nur wenigen Jahren rentiert. Die Investitionen amortisieren sich natürlich um so schneller, je mehr die Energie-Preise steigen“, sagt Thomas Neeland und weiß: „Viele Fachleute rechnen damit, dass die Preise für Energie mit großer Wahrscheinlichkeit weiter in die Höhe gehen werden.”